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  ★ in Memory of Robert Enke
 






In tiefer Trauer
Robert Enke


24.08.1977
10.11.2009

ganz Deutschland trauert um einen tollen Menschen, unserer Nummer 1 im Tor und einen der größten Sympathie Träger aller Zeiten.
Wir Fußballfans werden dich nie vergessen.

In Tiefer Trauer


Nationaltorwart Robert Enke ist tot. Das bestätigte die Polizei in Hannover SPIEGEL ONLINE. Ein Polizeisprecher erklärte, es deute alles auf Selbstmord hin. Der beim Bundesligisten Hannover 96 spielende Torhüter wurde 32 Jahre alt.

Hamburg - "Ich kann die traurige Nachricht bestätigen. Robert lebt nicht mehr. Zu Einzelheiten kann ich im Moment aber nichts sagen", sagte Enkes Freund und Berater Jörg Neblung. Enke starb am Dienstagabend an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge im Ortsteil Eilvese. "Es hat einen tödlichen Unfall an einem Bahnübergang gegeben", sagte Stefan Wittke, Leiter der Pressestelle der Polizei Hannover. Wittke erklärte, dass alles darauf hindeute, dass es sich um Selbsttötung gehandelt habe. Enke hinterlässt seine Ehefrau Teresa und eine acht Monate alte Tochter, die das Paar im Mai adoptiert hatte.

"Das ist ganz furchtbar", sagte Hannovers Präsident Martin Kind. Er war von der Sitzung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zurückgekehrt, auf der er die 50+1- Regelung kippen wollte, und bekam am Flughafen den schockierenden Anruf. "Man rechnet mit vielem, aber nicht mit so etwas", sagte Kind der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Ich weiß nicht, warum es und wie passiert ist", sagte Kind. Der 96-Chef ist sich sicher, "dass es nichts mit Fußball zu tun hat".

Enke hatte wegen einer Erkrankung, die als Bakterien-Infektion des Darmes angegeben wurde, vier Länderspiele verpasst. Er war auch nicht für die beiden Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste am 14. und 18. November eingeladen worden. Löw hatte dem 96-Profi aber deutlich signalisiert, dass er weiter ein Favorit auf die Nummer eins bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika sei. Enke bestritt acht Länderspiele.

"Wir sind alle geschockt"

"Er war labil", berichtete Kind. Das sei in der Öffentlichkeit wohl nicht aufgefallen. "Er hat das überlagert", erklärte der 96-Clubchef. Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke war sprachlos und geschockt. "Ich bin derzeit nicht in der Lage, mich genauer zu äußern. Es ist schlimm", sagte Schmadtke.

Der verheiratete Fußballprofi und seine Frau hatten vor drei Jahren ihre Tochter Lara im Alter von zwei Jahren verloren, die an einem angeborenen Herzfehler litt und im Krankenhaus starb. Nach der Adoption des zwei Monate alten Kindes Leila hatten die Enkes eine offizielle Stellungnahme herausgegeben: "Wir sind sehr, sehr glücklich und dankbar für diesen kleinen Menschen, der in unser Leben getreten ist."

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erfuhr erst unmittelbar nach der Rückkehr vom ersten Training der Nationalmannschaft in Bonn von der Katastrophe. Wenig später gab der Verband eine Mitteilung heraus. "Mit tiefer Fassungslosigkeit hat die deutsche Nationalmannschaft die Nachricht vom Tod von Robert Enke zur Kenntnis genommen. Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff informierten die Spieler und Betreuer am Dienstagabend in Bonn", hieß es auf der Internetseite des DFB. Oliver Bierhoff sagte: "Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte." DFB-Präsident Theo Zwanziger erklärte: "Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie."

"Deutschland verliert einen Ausnahmesportler"

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) zeigte sich tief betroffen vom Tod Robert Enkes. "Deutschland verliert einen Ausnahmesportler und einen sensiblen Menschen, der für viele ein Vorbild war. Wir trauern um ihn und unser Mitgefühl ist bei seiner Frau, seiner Familie, seinen Angehörigen und vielen Freunden", sagte Wulff nach einer Mitteilung der Staatskanzlei.

Enke, der am 24. August 1977 in Jena geboren wurde, bestritt in insgesamt neun Jahren Bundesliga 196 Spiele für Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach. Enke begann seine Karriere beim SV Jenapharm Jena. Weitere Stationen waren Carl Zeiss Jena und Mönchengladbach, bevor den Schritt ins Ausland wagte. Er spielte bei Benfica Lissabon, dem FC Barcelona, Fenerbahce Istanbul und CD Teneriffa, bevor er in Hannover unterschrieb.



Der Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke († 32) gibt viele Rätsel auf.

Am Tag nach dem Tod von Robert Enke ging seine Frau Teresa an die Öffentlichkeit. Auf einer in Hannover einberufenen Pressekonferenz sprach sie offen über die Depressionen ihres Mannes, die letztendlich zu dessen Selbstmord geführt hätten.

Teresa: „Wenn er akut depressiv war, war es schon eine sehr schwere Zeit, weil ihm dann Antrieb und Hoffnung gefehlt haben. Die Schwierigkeit bestand dann darin, das nicht in die Öffentlichkeit hinauszutragen. Das war sein Wunsch aus Angst alles zu verlieren. Im Nachhinein ist das Wahnsinn. “

Bis zum seinem Tode war in der Öffentlichkeit nicht bekannt, dass Enke an Depressionen litt.

Teresa weiter: „Wir haben so viel zusammen durchgestanden. Die Zeit nach Istanbul und Barcelona war schwer. Danach haben wir gedacht, jetzt können wir alles schaffen. Und dann der Tod von Lara. Er hat uns zusammengeschweißt. Wir dachten, wir schaffen alles. Mit Liebe geht das. Aber wir haben es nicht geschafft.“

Wie hat sie versucht, ihrem Mann zu helfen?

Teresa Enke: „Ich habe versucht, für ihn da zu sein, gesagt, dass Fußball nicht alles ist. Es gibt viele schöne Dinge im Leben. Es ist nichts ausweglos. Wir hatten Lara, wir haben Leila (Enkes Adoptivtocher/ d. Red.). Ich wollte ihm immer helfen, das durchzustehen. Er wollte aus Angst nicht, dass es rauskommt. Er hatte Angst, Leila zu verlieren. Es hätte für alles eine Lösung gegeben.“

Enke war erstmals 2003 beim Psychologen Dr. Valentin Markser in Behandlung. Markser sprach ebenfalls auf der Pressekonferenz: „Ich stehe noch immer unter Schock. Robert Enke habe ich das erste Mal 2003 in meiner Praxis gehabt, nachdem er in Barcelona und Istanbul unter Depressionen und Versagensängste litt.“

Markser weiter: „Dann stabilisierte sich sein Zustand, so dass er im Frühjahr 2004 in Spanien und Hannover erfolgreich spielen und leben konnte. Dann habe ich Robert Enke wieder vor etwa sechs Wochen, Anfang Oktober, gesehen. Er rief mich an, weil er spätestens im Sommer im Zusammenhang mit seiner Infektion in eine Krise geriet.“

Am 10. November 2009 beging Enke Selbstmord, stürzte sich vor einen Zug. Markser zu Enkes Abschiedsbrief: „Hier entschuldigte er sich für seine bewusste Täuschung, um seinen Selbstmordplan durchführen zu können.“

 




Der tragische Selbstmord von Hannover-Torwart Robert Enke.

Auf einer Pressekonferenz äußerte sich die deutsche Nationalmannschaft am Mittwochmittag zum Freitod des Fußballspielers – und sagte das für Samstag geplante Länderspiel in Köln gegen Chile ab. Die Nationalspieler reisen noch heute aus dem Teamhotel „Kameha Grand“ in Bonn ab.

Teammanager Oliver Bierhoff: „Wir können jetzt nicht mit dieser Geschäftsmäßigkeit weitermachen. Im Mittelpunkt hat jetzt der Mensch Robert Enke zu stehen. Die Mannschaft will sich von Robert verabschieden. Es hätte auch ein Abschiedsspiel sein können, aber es ist ein klares Gefühl, dass es zu früh käme.“

Bierhoff brach während seines Statements in Tränen aus, sagte: „Ich musste gestern der Mannschaft beim Abendessen die schreckliche Nachricht überbringen.“ Dann stockte seine Stimme. Von seinen Gefühlen überwältigt weinte Bierhoff um Enke.

Bierhoff machte klar, dass Enke in den Planungen für die Zukunft eine große Rolle gespielt hat: „Er hat der Mannschaft mit seiner Art sehr viel gegeben.“

Auch DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger war den Tränen nahe. „Das Wichtigste ist an dieser Stelle, im Namen des DFB mein tiefstes Mitgefühl an Frau Enke, die Familie, Angehörige und Freunde zu übermitteln. Ich habe höchsten Respekt und höchste Wertschätzung für Frau Enke. Sie hat mit ihrer Pressekonferenz übermenschliche Kräfte bewiesen“, sagte er.

Zwanziger weiter: „Die Frage nach dem ‚Warum’ begleitet uns alle. (…) Wir dürfen nicht zulassen, dass ein solcher Mensch in eine solche alternativlose Entscheidung gerückt wird.“

Zwanziger sprach von Enke als einem „jungen Mann mit einem tollen Charakter und super Ausstrahlung, dem viele Schicksalsschläge widerfahren sind.“

Zur Länderspiel-Absage sagte Zwanziger: „Ich bitte alle um Verständnis. Diese Entscheidung ist mit Blick auf das, was passiert ist, alternativlos.“ Der chilenische Verband wurde bereits informiert. Wir müssen auch einmal innehalten können und nicht einfach immer weitermachen. Auch dies ist eine große Geste.“

Zwanziger erklärte, er habe Spieler erlebt, „die nicht sofort wieder zur Tagesordnung übergehen, sondern ehrliche Trauer zeigen und die zeigen, dass sie dafür Zeit brauchen“.

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach informierte am Mittag den chilenischen Fußball-Verband. Die Südamerikaner antworteten, dass sie genauso reagieren würden. Bierhoff: „Großer Respekt dafür…“

Am Sonntag will sich die Nationalmannschaft in Düsseldorf wieder treffen, das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste in Hannover heute in einer Woche soll wie geplant stattfinden.


 
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